Die regulatorischen Anforderungen an die IT-Sicherheit in Europa haben mit dem Digital Operational Resilience Act (DORA) und der NIS2-Richtlinie eine neue Stufe erreicht. Für IT-Verantwortliche bedeutet dies: Das Management von Identitäten und privilegierten Zugriffsrechten steht unter verschärfter Beobachtung.

Ein kritischer Punkt bei Audits ist oft die Vergabe von lokalen Administratorrechten auf Endgeräten. Was früher als pragmatische Lösung für die Produktivität galt, ist heute ein massives Compliance-Risiko.

Warum Endpoint Privilege Management (EPM) für moderne Compliance unverzichtbar ist

In der aktuellen Bedrohungslandschaft sind ungesteuerte Admin-Rechte eines der größten Einfallstore für Ransomware. Mit DORA und NIS2 wird das Management dieser Privilegien von einer Empfehlung zur gesetzlichen Pflicht. Wer kritische Infrastrukturen oder Finanzdienstleistungen betreibt, muss den Zugriff auf Endgeräte nach dem Least-Privilege-Prinzip steuern.

Endpoint Privilege Management (EPM) ist hierbei die technologische Brücke, die strikte Sicherheit und nahtlose Benutzerproduktivität vereint.

EPM als Antwort auf DORA und NIS2 Anforderungen

Während DORA (Art. 9) eine strikte, protokollierte Zugriffskontrolle verlangt, fordert NIS2 Sicherheitsmaßnahmen nach dem aktuellen Stand der Technik. Eine moderne EPM-Strategie adressiert beide Regularien durch drei Kernfunktionen:

  • Just-in-Time Elevation: Rechte werden nicht pauschal dem Benutzer, sondern gezielt einem Prozess zugewiesen – und das nur für den Zeitraum, in dem sie benötigt werden.
  • Audit-Readiness: Jede Rechteausweitung kann eine geschäftliche Begründung erfordern. Dies liefert die lückenlose Dokumentation, die Auditoren im Rahmen von DORA fordern.
  • Reduktion der Angriffsfläche: Malware verliert ohne lokale Admin-Rechte ihre Basis zur lateralen Ausbreitung im Netzwerk.
EPM-Dialogfeld zur Eingabe einer geschäftlichen Begründung für die Rechteausweitung unter DORA und NIS2.
Revisionssichere Dokumentation: Jede Rechteausweitung kann im EPM mit einer geschäftlichen Begründung versehen werden.

Kosteneffizienz durch den Microsoft 365 E5-Stack

Ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit Ihrer Security-Strategie ist die Lizenzierung. Microsoft hat angekündigt, das Microsoft Intune Endpoint Privilege Management (EPM) nativ in den Microsoft 365 E5 Plan zu integrieren.

Das bedeutet für viele Organisationen:

  • Keine Zusatzkosten: EPM wird Teil des bestehenden E5-Lizenzmodells.
  • Native Integration: Die Verwaltung erfolgt zentral im Microsoft Intune Admin Center ohne zusätzliche Drittanbieter-Agenten.
  • Geringere Komplexität: Ein Tool weniger in der Sicherheitsarchitektur reduziert potenzielle Fehlkonfigurationen.

Fazit: Compliance als Chance für modernere IT-Prozesse

DORA und NIS2 müssen den IT-Betrieb nicht komplizierter machen – oft sind die nötigen Werkzeuge schon im bestehenden Lizenz-Stack vorhanden. Man muss sie nur richtig einsetzen. EPM bietet die Gelegenheit, veraltete Rechtekonzepte abzulösen und durch eine moderne Zero-Trust-Architektur zu ersetzen.

Sie planen die Umsetzung von DORA oder NIS2 in Ihrer Microsoft-Umgebung? Gerne unterstütze ich Sie dabei, diese regulatorischen Anforderungen in eine pragmatische und sichere Lösung zu übersetzen.


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